Neuwahlen Rückblick und Vorfreude auf die Kerb
Königsteiner Woche vom 18.06.2025

„Schnaademer Kerb“ steht an – Ein Höhepunkt ist der Umzug am Samstag
von ESTHER FUCHS

Gut gelaunt und voller Tatendrang: Die Schneidhainer Kerbeburschen und -mädels während der Vorbereitungen auf die Kerb. © FOTO: EFX
Schneidhain – Wenn sich auf dem kleinen Vorplatz an der Wiesbadener Straße eine muntere Runde junger Menschen versammelt, dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass in Schneidhain bald wieder Kerb ist: Vom 27. bis 30. Juni wird auf dem Festplatz vor der Heinrich-Dorn-Halle ordentlich gefeiert. Die Vorbereitungen der Kerbeburschen und -mädchen befinden sich auf die Zielgerade. Der Apfelwein ist gekeltert.
Hübsche Bordüre für die Fahne
Mit Elan, Kreativität und jeder Menge Farbe entsteht die neue Kerbefahne. Die TZ beobachtet das Vorgehen. Im Schuppen neben dem Vorplatz projizieren die Aktiven zuerst das Motiv mit einem Projektor auf ein weißes Bettlaken. Mit schwarzer Farbe werden die Linien nachgezogen. Dann erfolgt der bunte Anstrich. Die 1,80 mal 2 Meter große Fahne liegt auf einem improvisierten Tisch aus zwei Holzböcken und einer dicken Holzplatte.
„Anna Schmitt und ihre Mutter werden auch dieses Jahr wieder die hübsche Bordüre um die Fahne herumnähen. Dann hält sie auch sicher am Holzstiel“, stellt Nina Grafe heraus. Seit vielen Jahren gehört sie dazu; ihre Mutter ist Vorsitzende des Heimat- und Brauchtumsvereins (HBV), der die Kerb organisiert. Zum großen Kerbe-Umzug sollen die Fahnenschwenker wieder durch Schneidhains Straßen ziehen, von festlicher Stimmung begleitet.
„Jeder ist bei uns willkommen!“, sagt Nina, und ihr älterer Bruder Moritz ergänzt: „Ob Kerbebursch oder Kerbemädel – wir freuen uns über alle, die Lust haben, mitzumachen und mitzugestalten.“ Interesse ist da: Paulina und ihre Freundin Helena schauen sich die Sache aus der Nähe an. Paulina berichtet: „Mein älterer Bruder Max ist schon bei den Kerbeburschen. Ich könnte mir vorstellen, auch Teil der Gruppe zu werden.“ Ninas Bruder Moritz übernimmt schrittweise das Amt von Langzeit-Schlagges Florian Selg. Unterstützung erfährt er von Simon Wendt.
Der festliche Umzug beginnt am Samstag, 28. Juni, um 15 Uhr und führt von der Wiesbadener Straße über Blumen- und Rossertstraße hin zum Festplatz. Entlang der Strecke verteilten die Kerbeburschen dieser Tage Zettel und Kerbepakete. „Kleine Bündel mit Birkenzweigen, Kreppband, Kabelbindern“, erzählen sie. Ziel: Die Anwohner können damit Zäune und Tore schmücken. Der Ortsteil soll strahlen. Am Samstag wird auch der Kerbebaum aufgestellt.
Auftakt mit Tanz und Gottesdienst
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass dieses Jahr ohnehin festlicher und obendrein royaler Glanz über der Kerb liegt. Kerbemädel Julia Ernst, Tochter von HBV-Vize Oliver Ernst, ist kürzlich zur Falkensteiner Maikönigin gekürt worden. Im Bürgerhaus Falkenstein veranstaltete der Vereinsring den Tanz in den Mai, und Julia erhielt die Maikrone. „Wir freuen uns riesig, wenn auch zu unserer Kerb viele Gäste kommen“, sagt Julia gut gelaunt und greift zu Pinsel und Farbe. Die Fahne soll bis zum Nachmittag fertig sein.
Das Kerbeprogramm steht längst fest: Los geht es am Freitag, 27. Juni, um 18.30 Uhr mit dem Kerbegottesdienst im Festzelt. Ab 21 Uhr heißt es dann: Tanzfläche frei zur großen Kerbedisco, die den Auftakt in das Festwochenende schwungvoll einläutet.
Auf den Umzug am Samstag folgt am Abend Live-Musik mit der beliebten Band „Bongaz“ (ab 20 Uhr). Rock, Pop und Partyklassiker sorgen für Stimmung im Festzelt.
Am Sonntag, 29. Juni, beginnt um 11 Uhr der Frühschoppen mit der Egerländer Blaskapelle. Um 14 Uhr beginnt der Familiennachmittag. Die HBV-Tanzgruppen treten mit schwungvollen Choreografien auf. Den Abschluss macht am Montag, 30. Juni, die Feierabend-Kerb (ab 17 Uhr). Gegen 19 Uhr folgt die Kerbe-Beerdigung als symbolischer Abschied. Unterstützt wird die „Schnaademer Kerb“ von der Taunus Sparkasse und der Süwag.
ESTHER FUCHS

Königsteiner Woche vom 06.03.2025


Taunus Zeitung vom 04.03.2025 – von Esther Fuchs

Schneidhain – Glitzer überall! Die silbernen Puschel der „Starbreaker“ wippen fetzig im Takt: Die schwarz-weißen Uniformen der Musik- und Showband (Mushoba) des Fanfarencorps Königstein schwingen zur Musik. Das polierte Blech glänzt. „Ihr eröffnet die Sitzung wörtlich mit einem Paukenschlag! Wow“, rufen Dr. Michael Pfeil und Marco Montana, das Präsidentenduo „M&M“. In Schneidhain wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Hier führen gleich zwei das Narrenschiff und danken dem Fanfarencorps und den Tänzerinnen für die fulminante Einlage. Das Publikum in der voll besetzten Heinrich-Dorn-Halle jubelt – der Auftakt zur Kostümsitzung des Heimat- und Brauchtumsvereins (HBV) Schneidhain ist gelungen.
M&M verteilen zwei Anmeldeformulare
Mushobachef Dieter Giese, genannt Schlips, und die Musiker haben gerade erst in „klaa Paris“, in der Hochburg der Frankfurter Fastnacht in Heddernheim, für ihr Können einen Pokal bekommen. Am Honoratioren-Tisch staunen sie. Ganz vorne sitzen Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko und der Erste Stadtrat Jörg Pöschl (beide CDU). Die Bürgermeisterin wohnt seit ihrer Amtseinführung in Schneidhain. Im Rock’n’Roll-Kleid greift sie später auch zum Mikrofon und reimt. Für die Protagonisten auf der Bühne spendiert die Rathauschefin Sekt.
Als „M&M“ rufen: „Der Kuckuck hat’s gesehen“, weiß jeder, was kommt. Montana und Pfeil stehen als Protokoller in der Bütt. Die Reise in Reimform geht durch Vereinsleben, Ortsbeirat und Politik. Dort hat sich in den vergangenen zwölf Monaten bekanntermaßen so einiges geändert. Pfeil bilanziert: „Bürgermeisterwahl im letzten Jahr – jetzt ist gewählt, und siehe da, die erste Frau an der Spitze der Stadt, das ist wahr.“
Marco Montana widmet sich derweil dem neuen Quartier im Stadtteil: „Unsere Chance, jetzt nicht mehr neu, die macht das Ortsbild rund, ist nach wie vor das Neubaugebiet auf dem Donath-Grund.“ Dann ergänzt er noch: „Liebe Bürgermeisterin, jetzt darf ich dich auch mal nennen – darf ich mich doch als Fan hier bekennen!“ Schenk-Motzko wird auf die Bühne gebeten, bekommt ein Küsschen und ein Anmeldeformular. Die Bürgermeisterin unterschreibt und reimt eine Rede – und auch Stadtrat Pöschl lässt sich als neues Mitglied führen.
Dann stehen wieder die Tänzerinnen und Tänzer im Vordergrund. Das Kinderballett „Lollipops“ tanzt eindrucksvoll zum Disney-Märchen „Vaiana“. Die „Bambinis“ übernehmen danach. Eine spektakuläre Neonlicht-Show. Pro Farbe ein Lied: „Blue“ für Blau, „Black and Yellow“ für Schwarz und Gelb. Pink wird es mit „Barbie Girl“. „Zugabe, Zugabe!“, rufen die Gäste. Das beflügelt die „Sweet Angels“. Als Cowgirls interpretieren sie den Film „Footloose“. Die „Schnaadem City Girls“ legen mit „Car Wash“ noch eine Schippe drauf. „Looks like an Angel“ singt danach der immer gern gesehene Gast Gerald Dinis als Elvis.
Wolfgang Petry folgt auf Abba
Gnadenlos gut der Auftritt von Ela van der Heijden und Nicole Hülsmann. Das Duo der Königsteiner Plasterschisser grüßt und wirbt für das Plaschi-Spendenprojekt „Moby“ in der Kinderonkologie. Burgfräulein Malva I. muss von ihrer Mutter Ela entschuldigt werden: „Sie liegt mit Grippe im Bett.“ Moritz Grafe und Jens Werner unterhalten mit Wortwitz im Zwiegespräch. Ihre Reise führt zu Antiquitätenhändler Schaller. Doch was, wenn einer nicht richtig hört und dann glaubt, Schiller sei noch am Leben? Das Publikum lacht herzlich.
Die Kuckucksweiber leiten das große Finale mit den Siebzigern und einer schillernden Abba-Show ein. Damit nicht genug: Das Männerballett des HBV „Schwitzi & die Weightwatchers“ sind ein Dutzend Wolfgang Petrys. Der „Wahnsinn!“ folgt auf „Sieben Tage, sieben Nächte“. Zum Abschluss vereinen sich Publikum und Protagonisten zur Schnaadem-Hymne: „In Schnaadem, da bin ich dabei!“ singen sie. Hier leben Tradition und Brauchtum. Und der Kuckuck ruft weiter!
ESTHER FUCHS
https://hbv-schneidhain.de/wp-content/uploads/2025/03/250304-TZ-Grosse-Show-in-Kuckuckshausen.pdf

Königsteiner Woche vom 27.02.2025

Taunus Zeitung vom 10.02.2025 – von Esther Fuchs

https://hbv-schneidhain.de/wp-content/uploads/2025/02/250210-TZ-Kuckucksweiber-sind-gut-drauf.pdf
Hüttenzauber verwandelt Schneidhain wieder in eine gemütliche Weihnachtswelt
Taunus-Zeitung vom 20.12.2024 von Esther Fuchs

Schneidhain – Die kleinen Männlein lachen verschmitzt aus ihren Tonköpfen heraus. Ihr buntes Gewand aus Stoff und Strick verrät Berufsgruppen und Hobbys. Es sind die „Tönies“ von Petra Dorn, ihrer Tochter Lisa Büttner und Schwester Michaela Biber, die alljährlich Besucher nach Schneidhain ziehen und dort zum Kauf der setzkastengroßen Püppchen animieren.
In ihrer festlich geschmückten Bude präsentieren die drei Frauen auf dem Schneidhainer Hüttenzauber auch dieses Jahr wieder eine beeindruckende Auswahl an handgefertigten Figuren. „Jede Figur ist ein kleines Unikat“, erklärt Petra Dorn und ergänzt: „Wir lieben es, mit diesen kleinen Männlein Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“ Ihre Schwester Michaela verrät: „Diesmal habe ich noch passende Geschenkkarten dazu gebastelt. So kann man die Tönies direkt mit einer persönlichen Nachricht verschenken.“ Familie Dorn hat sich über Schneidhain hinaus einen Namen gemacht. Die kleinen Figuren sind ein beliebtes Geschenk und locken Liebhaber aus anderen Orten an.
Die sind wieder zahlreich zum Hüttenzauber in Schneidhain erschienen. Wie gewohnt hat der Heimat- und Brauchtumsverein (HBV) an der Heinrich-Dorn-Halle eine gemütliche Weihnachtswelt geschaffen. Der Eingang ist mit einem aufblasbaren, bunt leuchtenden Torbogen geschmückt, und die Besucher werden mit einem fröhlichen „Merry Christmas“ empfangen. Auf dem Platz stehen festlich beleuchtete Tannenbäume, und mittendrin zieht die Dampflok des Dampfbahnclubs Oberursel ihre Kreise. Kleine Wolken steigen aus der Lok in die kalte Winterluft, und Kinderaugen strahlen, wenn die Bimmelbahn eine Runde dreht.
„Die Dampfbahn gehört hier einfach dazu“, sagt Franzi Ernst, die gemeinsam mit ihrer Schwester Julia und den Kerbeborschen eine Hütte betreibt. Die beiden haben sich für den Hüttenzauber als Rentiere verkleidet, mit roten Nasen und kleinen Geweihen auf dem Kopf. Besonders beliebt an ihrem Stand ist der Bombardino – ein heißer Drink aus Eierlikör, verfeinert mit einem Sahnehäubchen. „Bombardino ist perfekt für kalte Winterabende“, erklärt Julia Ernst mit einem Augenzwinkern, während sie zwei Gläser für einen Gast einschenkt. „Er wärmt nicht nur von innen, sondern schmeckt auch richtig gut.“
Baumverkauf läuft parallel
Auch Christiane Onnecken hat mit ihren Produkten viele Anhänger. Die Phytotherapeutin bietet in ihrer Hütte natürliche Helferlein an: Johanniskrauttee für mehr Ruhe und Gelassenheit, Johanniskrautöl gegen Muskelverspannungen oder zur Narbenbehandlung, ergänzt durch selbstgemachte Gelees und Liköre. „Ich bin immer wieder begeistert, wie viele Menschen sich für Naturprodukte interessieren“, ist hier zu hören. Gerade zur Weihnachtszeit suchen viele nach kleinen Geschenken.
Währenddessen versorgt der Heimat- und Brauchtumsverein die Besucher mit Gegrilltem und warmen Getränken. Der Weihnachtsbaumverkauf, der den Königsteiner Verein „Bürger helfen Bürgern“ unterstützt, läuft parallel. Der Hüttenzauber in Schneidhain endet mit vielen guten Gesprächen und dem heimeligen Beisammensein an der Heinrich-Dorn-Halle. „Es ist einfach schön, hier so viele bekannte Gesichter zu treffen und gemeinsam diese besondere Stimmung zu genießen“, sagt Lisa Büttner, die wie ihre Mutter und ihre Tante mit Begeisterung am Stand steht. Auch die Aktiven des HBV und alle Teilnehmer sind am Ende des Tages zufrieden: „Der Hüttenzauber ist jedes Jahr ein Highlight. Es ist so schön zu sehen, wie viel Freude wir den Menschen bereiten können.“
https://hbv-schneidhain.de/wp-content/uploads/2024/12/241220-TZ-Bahn-Buden-und-Bombardino.pdf