„Schnaadems“ Tänzerinnen huldigen einem Idol

Sie proben für den Auftritt bei der HBV-Fastnacht, verraten aber noch nicht alle Details zu ihrem Auftritt

von Esther Fuchs

Auf der Zielgeraden: Die „Schnaadem City Girls“ proben in der Heinrich-Dorn-Halle für den Auftritt an der großen Kostümsitzung. © FOTO: EFX

Schneidhain – Die Mikrofone glitzern. Stimmen überlagern sich, dazwischen Lachen. Ein Schritt noch, ein Blick, ein kurzes Nicken. Gleich geht es los. Die „Schnaadem City Girls“ sind mittendrin in der Probe und auf der Zielgeraden Richtung Kampagne und große Kostümsitzung. Was sie in diesem Jahr auf die Bühne der Heinrich-Dorn-Halle bringen, wird besonders, versprechen die zehn jungen Frauen zwischen 17 und 28 Jahren. Ein besonderes Accessoire haben sie diesmal dabei: „Und nein, es sind nicht die Mikrofone“, sagt Nina Grafe, obwohl sie die glitzernden Teile in Schwarz und Silber an diesem Abend erst aus der Pappschatulle und dann noch aus der Plastikfolie herauspellen.

Klar ist: „Es wird eine Show mit Wiedererkennungswert“, machen die Tänzerinnen neugierig. Was sie genau aufführen, verraten sie nicht. Dafür soll das Publikum ja die Fastnachtssitzung am 14. Februar besuchen. In der zweiten Hälfte des Abends treten auf. Um neugierig zu machen, berichten sie: „Wir nehmen uns ein Idol vor, das jeder kennt.“ Musik, die sofort ins Ohr geht, zum Mitsingen, Mittanzen und Mitklatschen wird es sein. Dazu kommt eine tolle Choreografie. Die „Schnaadem City Girls“ möchten Nähe zum Publikum aufbauen – und das mit Tempo und guter Laune.

Hausgemacht ist die Fastnacht des Heimat- und Brauchtumsvereins Schneidhain (HBV), und nicht nur die Tänzerinnen sind echte Eigengewächse. Viele von ihnen sind hier aufgewachsen, haben schon als Kinder auf der Bühne gestanden. Da ist Nina Grafe, Tochter der HBV-Vorsitzenden Christine Grafe-Vidakovich. Da sind die Ernst-Schwestern, Julia und Franzi, Töchter von Vize Oli Ernst, der Mann für die Musik und das Mischpult.

Vorverkauf mit Kartenzahlung

„Wir sind quasi mit der Fastnacht groß geworden“, sagen die Tänzerinnen. Doch die Gruppe ist längst nicht nur lokal verwurzelt, sondern auch offen für andere. Sarina aus Kelkheim ist dabei, die Freundin von Ninas Bruder Moritz. Lisa und Julia aus Mammolshain gehören zur Formation. Neu in diesem Jahr ist Sara, Trainerin der Lollipops. Zusammenhalt macht die Truppe aus. Zwischen den Durchläufen wird gescherzt, korrigiert, motiviert. „Wir pushen uns gegenseitig“, sagt eine Tänzerin.

Die „Schnaadem City Girls“ sind nur ein Teil des großen Programms, das auch in diesem Jahr wieder Abwechslung pur verspricht. Lollipops, Bambini, Sweet Angels, „Schnaadem City Girls“, Kuckucksweiber und das Männerballett addieren sich zu sechs Tanzgruppen. Wer kann das schon bieten? Dazwischen sorgen Büttenreden und Vorträge für Wortwitz und Pointen. Durch das närrische Programm führen zwei Präsidenten: Michael Pfeil und Marco Montana. Sie moderieren durch das bunte Geschehen in „Kuckuckshausen“, wie die Schneidhainer ihren Ort zur fünften Jahreszeit nennen.

Rund 250 Aktive zählt der HBV, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Kampagneneröffnung steigt am Sonntag, 8. Februar, 11.11 Uhr (Einlass ab 10 Uhr bei freiem Eintritt). Dann gibt es wieder die legendären Schnitzel, von den Herren des Vereins per Hand mit Liebe geklopft. Neu in diesem Jahr: die Schnitzelkarte, die direkt am Eingang erhältlich ist, um sich die eigene Portion zu sichern. Das Männerballett organisiert wieder eine Tombola, die Tanzgruppen verkaufen selbst gebackenen Kuchen und frische Waffeln. Das Geld fließt direkt zurück in die Gruppen für die Kostüme.

Die große Kappensitzung ist am Samstag, 14. Februar. Eine Stunde früher als sonst, um 18.11 Uhr (Einlass: 17 Uhr). Die Kindersitzung folgt am Sonntag, 15. Februar, 14.11 Uhr (Einlass: 13 Uhr). Alle Veranstaltungen finden in der Heinrich-Dorn-Halle statt.

Der Kartenvorverkauf findet am Freitag, 30. Januar, ab 18 Uhr im Foyer der Heinrich-Dorn-Halle statt. Kartenzahlung ist möglich. Die Karten kosten 15 Euro für die große Kostümsitzung, Für die Kindersitzung zahlen Erwachsene 7 Euro, Kinder ab drei Jahren 5 Euro. Kinder unter drei Jahren haben kostenfrei Eintritt. von ESTHER FUCHS

https://hbv-schneidhain.de/wp-content/uploads/2026/01/260126-TZ-Schnaadems-Taenzerinnen-huldigen-einem-Idol-1.pdf

Kerbe-Tradition als schweißtreibende Angelegenheit

Fahne, Umzug, „Schlackes“, Party, Baum – „Schnaadem“ legte sich wieder mächtig ins Zeug
Taunus-Zeitung vom 01.07.2025, jp

Weiße Kluft, rosafarbene Bommel: Kerbemädels und -burschen beim Mini-Umzug in praller Sonne.

Der Traktor zieht den Anhänger mit dem Baum, einer 15 Meter hohen Fichte.

Schneidhain – Der Umzug zur Schneidhainer Kerb hatte sich zum Start unten im Ort am Drosselweg versammelt. Dort war es ein wenig schattig, ehe dann auf dem Weg zum Festplatz an der Heinrich-Dorn-Halle die Sonne erbarmungslos vom Himmel brannte. Als der Mini-Tross in die Wiesbadener Straße einbog und die lange Steigung in Angriff nahm, wurde der Schritt der Kerbeburschen doch etwas länger. Das lag eventuell auch daran, dass unterwegs ja noch das eine oder andere Lied zum Besten gebeten wurde und am Rande der Strecke manch Zaungast mit den Burschen und Mädels anstoßen wollte. Ob sich in den eifrig rotierenden Bembeln zwischendurch auch einmal Mineralwasser befand, war nicht nachprüfbar. Reichlich Arbeit hatte auch der Schwenker der großen Kerbefahne, auf dessen knallrotem Gesicht die Schweißperlen kaum noch einen freien Zentimeter fanden.

Bevor es ans Stellen des Baumes ging, war erst einmal eine Verschnaufpause angesagt. Sie wurde genutzt, um an der Baumspitze den „Schlackes“, die traditionelle Puppe, richtig gut zu befestigen. Trotz der luftigen Höhe wäre ein nächtlicher Diebstahl durch Kerbe-Gruppen aus den Nachbarorten doch eine Schmach.

Beim Aufstellen hakte es ein wenig, so dass die „Alt-Kerbeburschen“ unterstützend eingriffen, um die 15 Meter hohe Fichte in die Senkrechte zu bekommen. Die Veranstaltung des rührigen Heimat- und Brauchtumsvereins bietet Jahr für Jahr vier Tage Tradition, Musik und Geselligkeit. Rund ums Festzelt herrschte gute Stimmung, und bei Musik und Unterhaltung und einem vielseitigen kulinarischen Angebot wurde ordentlich gefeiert. Autoscooter und ein Kinderkarussell bespaßten die jüngere Generation. Los ging es am Freitagabend mit einem stimmungsvollen Gottesdienst, auf den ab 21 Uhr die Disco folgte. Nach dem Umzug und dem Baumstellen rockte die Live-Band Bongaz die Bühne. Egal ob Rock, Pop, Schlager oder Rap – von den 80ern, über die 2000er Jahre bis heute war für jeden Geschmack etwas dabei, so dass kaum Wünsche offen blieben. Also reichlich Hits zum Mitsingen, Feiern und Tanzen. Der Sonntag wurde dann mit dem Frühschoppen eingeläutet und mit dem Familien-Nachmittag fortgesetzt. Am Montag wurde die „Schnaademer Kerb“ beerdigt.

https://hbv-schneidhain.de/wp-content/uploads/2025/07/250701-TZ-Kerbe-Tradition-als-schweisstreibende-Angelegenheit.pdf

Häuser, Zäune und Tore schmücken

„Schnaademer Kerb“ steht an – Ein Höhepunkt ist der Umzug am Samstag
von ESTHER FUCHS

hbv

Gut gelaunt und voller Tatendrang: Die Schneidhainer Kerbeburschen und -mädels während der Vorbereitungen auf die Kerb. © FOTO: EFX

Schneidhain – Wenn sich auf dem kleinen Vorplatz an der Wiesbadener Straße eine muntere Runde junger Menschen versammelt, dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass in Schneidhain bald wieder Kerb ist: Vom 27. bis 30. Juni wird auf dem Festplatz vor der Heinrich-Dorn-Halle ordentlich gefeiert. Die Vorbereitungen der Kerbeburschen und -mädchen befinden sich auf die Zielgerade. Der Apfelwein ist gekeltert.

Hübsche Bordüre für die Fahne

Mit Elan, Kreativität und jeder Menge Farbe entsteht die neue Kerbefahne. Die TZ beobachtet das Vorgehen. Im Schuppen neben dem Vorplatz projizieren die Aktiven zuerst das Motiv mit einem Projektor auf ein weißes Bettlaken. Mit schwarzer Farbe werden die Linien nachgezogen. Dann erfolgt der bunte Anstrich. Die 1,80 mal 2 Meter große Fahne liegt auf einem improvisierten Tisch aus zwei Holzböcken und einer dicken Holzplatte.

„Anna Schmitt und ihre Mutter werden auch dieses Jahr wieder die hübsche Bordüre um die Fahne herumnähen. Dann hält sie auch sicher am Holzstiel“, stellt Nina Grafe heraus. Seit vielen Jahren gehört sie dazu; ihre Mutter ist Vorsitzende des Heimat- und Brauchtumsvereins (HBV), der die Kerb organisiert. Zum großen Kerbe-Umzug sollen die Fahnenschwenker wieder durch Schneidhains Straßen ziehen, von festlicher Stimmung begleitet.

„Jeder ist bei uns willkommen!“, sagt Nina, und ihr älterer Bruder Moritz ergänzt: „Ob Kerbebursch oder Kerbemädel – wir freuen uns über alle, die Lust haben, mitzumachen und mitzugestalten.“ Interesse ist da: Paulina und ihre Freundin Helena schauen sich die Sache aus der Nähe an. Paulina berichtet: „Mein älterer Bruder Max ist schon bei den Kerbeburschen. Ich könnte mir vorstellen, auch Teil der Gruppe zu werden.“ Ninas Bruder Moritz übernimmt schrittweise das Amt von Langzeit-Schlagges Florian Selg. Unterstützung erfährt er von Simon Wendt.

Der festliche Umzug beginnt am Samstag, 28. Juni, um 15 Uhr und führt von der Wiesbadener Straße über Blumen- und Rossertstraße hin zum Festplatz. Entlang der Strecke verteilten die Kerbeburschen dieser Tage Zettel und Kerbepakete. „Kleine Bündel mit Birkenzweigen, Kreppband, Kabelbindern“, erzählen sie. Ziel: Die Anwohner können damit Zäune und Tore schmücken. Der Ortsteil soll strahlen. Am Samstag wird auch der Kerbebaum aufgestellt.

Auftakt mit Tanz und Gottesdienst

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass dieses Jahr ohnehin festlicher und obendrein royaler Glanz über der Kerb liegt. Kerbemädel Julia Ernst, Tochter von HBV-Vize Oliver Ernst, ist kürzlich zur Falkensteiner Maikönigin gekürt worden. Im Bürgerhaus Falkenstein veranstaltete der Vereinsring den Tanz in den Mai, und Julia erhielt die Maikrone. „Wir freuen uns riesig, wenn auch zu unserer Kerb viele Gäste kommen“, sagt Julia gut gelaunt und greift zu Pinsel und Farbe. Die Fahne soll bis zum Nachmittag fertig sein.

Das Kerbeprogramm steht längst fest: Los geht es am Freitag, 27. Juni, um 18.30 Uhr mit dem Kerbegottesdienst im Festzelt. Ab 21 Uhr heißt es dann: Tanzfläche frei zur großen Kerbedisco, die den Auftakt in das Festwochenende schwungvoll einläutet.

Auf den Umzug am Samstag folgt am Abend Live-Musik mit der beliebten Band „Bongaz“ (ab 20 Uhr). Rock, Pop und Partyklassiker sorgen für Stimmung im Festzelt.

Am Sonntag, 29. Juni, beginnt um 11 Uhr der Frühschoppen mit der Egerländer Blaskapelle. Um 14 Uhr beginnt der Familiennachmittag. Die HBV-Tanzgruppen treten mit schwungvollen Choreografien auf. Den Abschluss macht am Montag, 30. Juni, die Feierabend-Kerb (ab 17 Uhr). Gegen 19 Uhr folgt die Kerbe-Beerdigung als symbolischer Abschied. Unterstützt wird die „Schnaademer Kerb“ von der Taunus Sparkasse und der Süwag.

ESTHER FUCHS

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